Aktivierende Tools für die Präsenzlehre

Was heißt „aktivierend“?

Stellen Sie sich vor, Sie folgen einem Vortrag oder einer Präsentation. Was tun Sie währenddessen? Sofern Sie keine Notizen machen, hören Sie und schauen Sie vermutlich zu. Vielleicht trauen Sie sich, eine Zwischenfrage zu stellen. Ansonsten sind Sie aber nicht weiter aktiv. Die meiste Zeit werden Sie die vermittelten Inhalte passiv aufnehmen.

Anders sieht es aus, wenn Sie sich Inhalte aktiv erarbeiten. Bei einem Lehrvortrag geschieht das z. B. wenn die Lehrperson Sie einbindet. Indem sie Ihnen ermöglicht Feedback zu geben, Ihnen Fragen stellt oder Sie um Ihre Meinung bittet, etwa durch den Einsatz von Feedback-Tools. Noch intensiver wird die aktive Erarbeitung durch Arbeits- und Übungsphasen, z. B. in Kleingruppen. Auch diese lassen sich durch Feedback-Tools anleiten. Die Studierenden können so Probleme erörtern, Thesen diskutieren oder Ideen sammeln.


Praxis-Tipp | Think-Pair-Share

Eine schöne Methode, um Studierende v. a. in großen Lehrveranstaltungen zu aktivieren, ist Think-Pair-Share. Sie besteht aus drei aufeinanderfolgenden Phasen. Zunächst beschäftigt sich jeder Lernende einzeln mit einem Arbeitsauftrag, z. B. einer einfachen Frage (Think). Danach sprechen die Lernenden paarweise über Ihre Ergebnisse, diskutieren und erweitern diese gegebenenfalls (Pair). Abschließend haben Sie die Möglichkeit, Ihre Erkenntnisse oder Lösungen der gesamten Lerngruppe vorzustellen (Share). Da sich die Studierenden bereits in den Phasen „Think“ und „Pair“ aktiv mit dem Inhalt auseinandergesetzt und sich dazu ausgetauscht haben, ist eine erhöhte Beteiligung im Plenum nun sehr wahrscheinlich.


Warum Aktivierung wichtig ist

Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können.
– Konfuzius

Dieses Sprichwort bringt sehr gut auf den Punkt, wie wichtig das Lernprinzip der Aktivierung ist. Es geht darum die Lernenden zu ermuntern, selbst zu handeln und sich mit den Lerninhalten aktiv auseinandersetzen. Warum? Weil so ein besserer Lernerfolg erzielt werden kann und die Studierenden das Erlernte sehr wahrscheinlich besser behalten und wieder abrufen können.

Wie Sie eine Vorlesung (und andere Veranstaltungen) nach didaktischen Prinzipien gestalten und die Studierenden aktivieren, erfahren Sie z. B. im Artikel „Gut strukturiert und zielgerichtet – Tipps zur Vorbereitung und Durchführung von Vorlesungen“ wie auch im Artikel „Einsatz aktivierender Methoden in der Hochschuldidaktik“ im Neuen Handbuch Hochschullehre. Viele weitere Beispiele finden Sie dort im gesamten Kapitel C2 Aktivierende Lehrmethoden.


Praxis-Tipp | Elektronische Tafel & Feedback-Tools

Um Missverständnissen vorzubeugen, die (unter Umständen auch passive) Vermittlung von Lerninhalten ist wichtig und richtig. Sie ist jedoch nicht als alleinige Lehrmethode empfehlenswert. Wenn Sie bei der Vermittlung von Lerninhalten bisher v. a. auf Vorträge und Präsentationen gesetzt haben, dann probieren Sie doch mal die „Elektronische Tafel“ (Leihgeräte sind beim E-Learning-Team erhältlich) oder kostenlose Feedback-Tools aus. So können Sie Ihre Lehre auf einfache Weise um aktivierende Elemente bereichern.